Flashback des Tages: Die Ärzte und Moskito

von /the weekender!

Das Jahr 1987: Ich war Zwölf und noch einer rigiden Fernsehpolitik meiner pädagogisch wertvoll orientierten Eltern unterworfen. Das bedeutete, dass jede Sendung, bei der es nichts zu lernen gab, vorher abgesegnet werden musste. Dass  ich Actionserien und Horrorfilme gar nicht vorzuschlagen brauchte, verstand sich von selbst. Dann wurde in den Fernsehzeitungen eine neue Jugendsendung, namens „Moskito“ angekündigt, die völlig unmoderiert hauptsächlich die Jugendlichen zu Wort kommen lassen wollte. Das klang für mich natürlich interessant. Auch die Nachricht, dass die beste Band der Welt an dem Format mitarbeitete, setzte es für mich als Ärzte-Fan natürlich auf Platz Eins der Prioritätenliste. Aber wie sollte ich das meinen Eltern erklären? Dass ich eine Band mochte, die hauptsächlich von Dingen sang, welche meine Erziehungesberechtigten als nicht unbedingt geeignet für einen 12-jährigen empfanden und deren Platten sowieso alle auf dem Index waren, machte mein Vorhaben nicht einfacher.  In einem Urlaub hatte ich bereits vergeblich versucht, sie mittels eines Ärzte-Fernsehauftritts daran zu gewöhnen. Danach sagte mein Vater zu mir, ich müsste damit rechnen, dass sich meine Freunde von mir abwenden, weil ich solche Musik höre. Es war genau dieser Auftritt:

So schmiedete ich einen einfachen wie teuflischen Plan: Ich hatte einen sehr liberalen Klassenlehrer, der so ziemlich alles gut fand, was andere Lehrer nicht mochten. Ihm erzählte ich von dieser Sendung, er war begeistert und kündigte an, sie sich definitiv anzusehen. Es war geglückt: Als meine Eltern, wie erwartet mein moskitobezügliches Fernsehgesuch ablehnten, konnte ich mit einem breiten Grinsen verkünden, dass mein Klassenlehrer die Sendung auch guckt. Das war natürlich etwa Anderes und so sass auch ich am 27.05.1987 vor dem Fernseher und wurde nicht enttäuscht. Von nun an waren die Mittwoch Nachmittage bis 1989 reserviert, dann fing ich an, mich für andere Dinge zu interessieren. Die Sendung und vor Allem die Beiträge der Ärzte, die alle von Gabi und Uwe handeln,  haben aber einen nicht unerheblichen Beitrag zu meinem Aufwachsen geleistet und die Songs lösen in mir bis heute Gänsehaut aus. Wer die Zeit nicht miterlebt hat (aber auch alle Anderen) können dies nun nachholen. In dem ersten Video beziehen sich nur die ersten sechs Songs auf mein Erleben.