Owsley Stanley RIP

von /the weekender!

Augustus Owsley Stanley III, später Owsley Stanley (Spitzname „Bear“), schillernde Figur der Gegenkultur der 60er Jahre, ist tot.

Stanley wurde am 19. Januar 1935 geboren. Sein Grossvater war eine Zeitlang Gouverneur von Kentucky und engagierte sich in den 20er Jahren gegen das Alkoholverbot.

Von dem wird er es wohl geerbt haben.

Mit der Produktion von über einer Million Dosen LSD  zwischen 1965 und 1967 wirkte Owsley Stanley aktiv an der Grundsteinlegung der Psychedelic Era (nicht nur in der Bay Area von San Francisco, wo sein Labor war.) mit.

Sam Cutler schrieb darüber in seinen Memoiren:

„He made acid so pure and wonderful that people like Jimi Hendrix wrote hit songs about it and others named their band in its honor,“

Gemeint sind der Song „Purple Haze“ von Jimi Hendrix (von dem ich eigentlich immer annahm, dass er von einer Gras-Sorte handelt. Jimi Hendrix hat Drogenbezüge immer bestritten.) und die Band Blue Cheer, die sich nach einer anderen Serie benannte.

Owsley Stanley begann mit der Herstellung von LSD, nachdem er das Rezept in einem Chemie-Journal an der University Of California gefunden hatte.

Am 21.Februar 1965 nahm die Polizei sein erstes Labor hoch, er konnte aber seine Geräte retten, da die Polizei, die nach Amphetaminen suchte, aber nur LSD fand, was zu dieser Zeit noch nicht verboten war.

Stanley zog nach Los Angeles, wo er bis zum Mai des Jahres 300.000 Kapseln á 270 Mikrogramm LSD herstellte und mit dieser Ladung in die Bay Area zurückkehrte.

Im September 1965 wurde er Hauptlieferant für die Merry Pranksters um Ken Keasey und stattete auch ihre Acid-Tests aus. Zu dieser Zeit war das qualitativ hochwertige Sandoz-LSD schwer zu bekommen und „Owsley-Acid“ wurde der neue Qualitätsstandard.

Im Buch „Der Electric Kool-Aid Acid Test“ von Tom Wolfe werden diese Vorgänge genauer beleuchtet. Das Buch ist sehr empfehlenswert und ein Muss für jeden, der sich für die Anfänge der psychedelischen Gegenkultur der 60er Jahre interessiert.

Owsley Stanley belieferte während der Dreharbeiten zu „Magical Mistery Tour“ (sie Idee zum film war von den Merry Pranksters geklaut.) auch die Beatles mit LSD.

Er selbst sagte zu seinen Aktivitäten:

„I wound up doing time for something I should have been rewarded for. What I did was a community service, the way I look at it. I was punished for political reasons. Absolutely meaningless. Was I a criminal? No. I was a good member of society. Only my society and the one making the laws are different.”

Nachdem ihn eine Zeitung in einer Überschrift als „LSD Millionaire“ bezeichnet hatte, schrieben The Grateful Dead daraufhin das Lied „Alice D. Millionaire“.

Diese unterstützte er finanziell und war später ihr Tontechniker und Manager. Als Tonmann war er für die legendären Soundsystems der Dead verantwortlich, die damals einzigartig waren. Desweiteren wurden mehrere seiner Konzertmitschnitte für Live-Alben verwendet.

Eine Auswahl: Quicksilver Messenger Service, Jefferson Airplane, Old and In The Way, Janis Joplin, Big Brother and the Holding Company, Taj Mahal, Santana, Miles Davis, The Flying Burrito Brothers, Jimi Hendrix, Johnny Cash, Blue Cheer.

Ende 1967 wurde er wegen des Besitzes von 350.000 Dosen LSD und 1500 Dosen STP zu drei Jahren Haft verurteilt. Dass diese Mengen zu seinem persönlichen Verbrauch gedacht waren, konnte dem Gericht nicht glaubhaft machen.

Nach seiner Freilassung arbeitete er eine zeitlang weiter für The Grateful Dead und emigrierte später nach Australien, wo er sich mit der Arbeit an Skulpturen beschäftigte, die er über das Internet verkaufte.

Er starb am Sonntag mit vermutlich 76 Jahren bei einem Autounfall.