Wochenend und Sonnenschein – BootBooHook 2010 (Freitag)

von /the weekender!

Als ich Freitag Nachmittag das Festivalgelände betrat, war es noch mässig besucht. Als Auftakt spielten Tanner, die ich ganz ok, aber auch nicht besonders finde. Besonders gefällt mir die Instrumentierung und die Songstrukturen, die teilweise einen deftigen 60s Soul-Einschlag haben.

Zum Aufwärmen sehr gut geeignet und auch das Bier schmeckte schon wieder.

Weiter ging es mit The Horror The Horror, die so Haircut-Indiegedöns machen, mit dem ich einfach absolut nichts anfangen kann. Die machen das zwar nicht schlecht und kommen dabei auch sympathisch rüber, aber ich kann sie einfach nicht mehr hören,diese Bands die alle gleich klingen und gleich aussehen.

The Wedding Present bereits um 18:15 waren meine persönlichen Headliner, auf die ich mich wie ein kleines Kind gefreut hatte. Der gig war auch echt grossartig, aber mir fehlten einfach die Hits. 1-2 wurden zwar gespielt, aber  „Shatner“, „My Favourite Dress“ , „Everyone Thinks He Looks Daft“ und noch ein paar andere haben mir einfach gefehlt. Natürlich ist das für eine Band, die Hits hatte auch immer eine Zwickmühle: Auf den Konzerten interessiert sich niemand für das aktuelle Schaffen und alle verlangen nach den Smashern. Ich finde, da kann man als Band aber einen Mittelweg finden. Die Klassiker fast völlig auszusparen ist der falsche Weg.  Ich möchte das Konzert aber nicht miesmachen. Es war super !

Anschliessend gab es noch Friska Viljor zu sehen, die ich bereits auf dem Dockville erlebt hatte. Die gefallen mir immer besser, muss ich sagen.

The Notwist waren wie üblich gut, trafen mit ihrem Tropfsteinhöhlensound an dem Abend nicht meinen Geschmack.

Um 22:45 drängelte ich mich dann ins Mephisto, um Johnny Remember Me zu sehen. Bisher hat sich die Band von Auftritt zu Auftritt gesteigert und auch diesmal war wieder eine Steigerung zu bemerken. Sängerin Nicki trat im weissen Brautkleid auf, der Rest der Gruppe wie immer komplett in Schwarz.

Es war unglaublich heiss im Raum, trotzdem zogen die Johnnys den Gig routiniert durch. Einzig allein mit dem Hall könnte man vielleicht etwas sparsamer sein, aber das lag wohl eher am Tontechniker.  Phil Spector calling.

Hier zwei Videos vom Auftritt:

Später hätte ich mir dann gern noch Superpunk angeschaut, aber vor dem Eingang der 60er Jahre Halle standen gefühlte 300 Leute in der Schlange.

Das ist leider ein Problem dieses Festivals, was sich schwer lösen lässt. Die Menschenmassen, die tagsüber auf dem Gelände sind, passen nicht alle in die Hallen, weswegen man irgendwann nirgends mehr reinkommt.

Ich war dann aber auch müde und habe mir ebenso den Revolver Club geschenkt, der ab 02:30 beginnen sollte. Man wird eben nicht jünger.

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